NIKITA MILLER

13. Dezember 2025    
20:00

Veranstaltungstyp

Nikita Miller, in Kasachstan geboren, in Stuttgart aufgewachsen, bezeichnet sich selbst als
comedic Storyteller. Er ist anders deutsch, ist anders komisch, ist philosophisch und direkt.
Wenn er mit leichtem russischem Akzent beginnt, seine erste Geschichte auf der Bühne zu
erzählen, stehend, mehr als zwei Meter groß, Haare so lang wie ein Streichholzkopf und
durchtrainiert wie ein Mönch der Shaolin, ist man froh, wenn er sich setzt, damit er keine Schneise
schlägt, falls er mal ins Publikum fällt.
Kabarettist Dieter Nuhr sagt über ihn: „Nikita Miller macht etwas, was ich noch nie gesehen habe:
Er erzählt witzige Geschichten, die sich aber nicht von Pointe zu Pointe hangeln und gerade
deshalb lustig sind. Sein Vortrag hat Tiefe und Authentizität. Die Texte bewegen den Zuschauer,
und man hört gerne und gespannt, ja geradezu gefesselt zu. Das ist eine völlig eigene Form von
Alltagssatire. Ich bin begeistert!“
Es gibt Comedians, bei denen man schon bei der ersten Begegnung merkt, dass sie einem gefehlt
haben. Nikita Miller ist so einer. Und er hat sich auf den Weg gemacht. Und wenn so einer losgeht,
dann kommt er auch an! Wo immer das sein mag.
Programm:
In der Sowjetunion waren wir die Deutschen, in Deutschland sind wir die Russen“ – diese Worte
seiner Großmutter haben sich in Nikita Millers Gedächtnis eingebrannt wie ein sowjetischer
Stempel in einen Deportationsbefehl. Seine Oma würde heute noch schwören, dass man mit
einem Gläschen Vodka mit Pfeffer alle Probleme lösen kann – vom Schnupfen bis zur
Identitätskrise. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.
Als Nikita in den 90ern vom Gymnasium flog, weil er angeblich „zu russisch“ für Schiller war,
ahnte er noch nicht, dass genau diese Zerrissenheit zwischen den Kulturen einmal sein größter
Schatz werden würde. Zwischen deutschen Butterbroten und russischen Pierogi, zwischen
Realschulhof und den Geschichten seiner nach Kasachstan deportierten Oma, fand er seinen
ganz eigenen Weg.
Heute, während die Welt wieder einmal Kopf steht, gräbt Miller tief in seiner Familiengeschichte
und findet erstaunliche Parallelen zur Gegenwart. Er möchte wissen: Was macht uns eigentlich
zu dem, was wir sind? Die Gene unserer Vorfahren? Der Ort, an dem unser Personalausweis
ausgestellt wurde? Oder vielleicht doch die Tatsache, dass wir als Einzige in der Klasse wussten,
wie man „Dostojewski“ richtig ausspricht?
Mit der Präzision eines deutschen Uhrmachermeisters und der Seele eines russischen Poeten
nimmt Miller sein Publikum mit auf eine Reise durch Zeiten und Kulturen. Denn am Ende ist es
wie mit einem guten Borschtsch – erst die Mischung macht’s interessant. Und manchmal braucht
es eben eine Identitätskrise, um herauszufinden, wer man wirklich ist.
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